20. Februar 2009 - Pressestelle, Susann Lewerenz Als einmalig, richtigen Schritt und große Chance bezeichnete Bürgermeister Michael Buhre den am Donnerstag im Rahmen eines Pressegespräches vorgestellten Masterplan für die Innenstadtentwicklung. Nach rund zehnmonatiger Arbeit und Diskussion konnten jetzt die Mitglieder des Innenstadtforums und das Planungsbüro skt-umbaukultur aus Bonn den Rahmenplan für künftige Innenstadtentwicklung präsentieren.
Eine Plan- und eine 52-seitige Textversion fassen zusammen "was wir wollen", so Buhre. Er zeigte sich erleichtert darüber, dass das Forum - trotz teilweise kontrovers geführter Diskussion - am Ende mit großer Mehrheit hinter den Zielen und beispielhaften Projekten des Masterplanes stand.
"Es ist mehr geworden, als wir anfangs gedacht haben", so der Bürgermeister. Das erste Mal finde eine umfassende Profilierung für die Mindener Innenstadt statt. Minden sei im Rahmen dieses Prozesses nicht neu erfunden worden. Viele, teilweise auch bereits vorhandene Ideen und Themen seien ergänzt und in einem konkreten Plan zusammengefasst, der umsetzungsfähig ist. Das sei neu und wichtig. Der Masterplan bilde den Rahmen für die weiteren Entscheidungen, die der Rat in der Innenstadtentwicklung in den kommenden zehn bis 15 Jahren zu treffen habe, so Buhre weiter. Der Masterplan stehe auch für Verlässlichkeit und - besonders wichtig - bilde die Voraussetzung für die Zuwendung von Fördergeldern von Land und Bund.
Der im Roh-Entwurf vorgestellte Masterplan wird in den nächsten beiden Wochen vom Planungsbüro noch "fein geschliffen". Danach ist die Präsentation im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr vorgesehen. Mitte März soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger geben. Ein Termin wird in Kürze bekannt gegeben. Ende April soll dann der Rat den Masterplan beschließen. "Wir stehen am Abschluss einer Diskussions-Phase und am Anfang einer weiteren Entwicklung", fasste Bürgermeister Michael Buhre den derzeitigen Stand zusammen. Die politische und die öffentliche Debatte soll parallel laufen
"Es war nicht einfach, aber sehr anspruchsvoll", resümierten Architekt Jens Trautmann und Planer Ralf Thielecke die Begleitung des Prozesses und die im Innenstadtforum geführten Diskussionen. Minden habe mit dem Masterplan nun Bausteine für das ganze Stadtbild vorliegen, die es nach und umsetzen kann. Dabei gelte es auch, auf kleine Dinge zu achten, so die Planer. Der Masterplan solle drei Aufgaben erfüllen: Er soll Leitlinien für die weitere Entwicklung der Innenstadt formulieren, Maßnahmen und Projekte vorschlagen und schließlich helfen, Projekte so zu vernetzen, dass sich ihre positiven Wirkungen für die Innenstadt und damit für Minden insgesamt verstärken.
Die Planer schlagen im Masterplan vor, fünf vorhandene Profile der Innenstadt zu vertiefen und und deren Stärken herauszuarbeiten. Räumlich voneinander unterschiedliche Quartiere sollen jeweils eigene Funktionen übernehmen. Der Plan teilt die Innenstadt auf in "Minden international" (1a-Einkaufslage Scharn und Bäckerstraße), "Minden kulturell" (Weserufer, alte Domfreiheit bis zum Markt, Martinitreppe, Martinikirchhof und Museumszeile), "Minden typisch" ( Bereich Obermarktstraße/Simeonstraße) als attraktives Areal für inhabergeführten Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen, "Minden bürgerschaftlich" (obere Altstadt zwischen Fußgängerzone und Königswall) sowie "Minden landschaftlich" (Glacis und beide Weserufer).
Unter dem Titel "Minden innerstädtisch" und "Minden grün" sind konkrete Themen und Aufgabenfelder zusammengefasst: Dazu gehören das barrierefreie Minden, städtebaulicher und objektbezogener Denkmalschutz, Licht in Minden, Neugestaltung von Straßen und Plätzen, familienfreundliches Minden, Sauberkeit und Ordnung in der Stadt, die Verbesserung des Rad- und Fußwegenetzes, kostenlose Sport- und Freizeitangebote, Aufarbeitung von Spielplätzen, Schaffung von Bootsanlegestellen, ein Strandbad und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen am östlichen Weserufer.
In einem ebenfalls am Donnerstag vorgestellten Gesamtplan sind die Bereiche mit baulichem Handlungsbedarf in der Innenstadt rot schraffiert , wie z. B. das Postareal, das Deichhofquartier, das Rathausquartier und weitere Baulücken in der Oberen Altstadt. Insbesondere das Rathausquartier war vor dem Hintergrund des Bürgerentscheides vom November 2007 bis zuletzt im Forum "heiß umstritten".
"Alle Forumsmitglieder sehen hier Handlungsbedarf", fasste Bürgermeister Buhre zusammen. Kleinteilige Bebauung im Hinterhof-Bereich, Sanierungsbedarf, zahlreiche Leerstände und auch die Unterbrechung des Einzelhandels am Scharn (Verwaltungsanbau aus dem Jahr 1952) forderten in diesem Quartier Veränderungen und Weiterentwicklungen. Übereinstimmung habe es auch darüber gegeben, die historischen Bauten Altes Rathaus und Alte Regierung zu erhalten sowie die jetzige Platzkante des Kleinen Domhofes nicht zu verändern.
Man habe sich, so Buhre, im Forum mehrheitlich darauf geeinigt, zweistufig an eine Lösungsfindung heranzugehen: 1. mit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb, der "möglichst offen für alles" sein soll und 2. mit der Ausschreibung eines Realisierungswettbewerbs unter Berücksichtigung städtebaulicher, architektonischer, denkmalpflegerischer und verkehrlicher Belange mit dem Ziel der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.
Auszüge aus dem Masterplan (rot schraffierte Flächen kennzeichnen die Bereiche mit baulichem Handlungsbedarf):
Planungauszug 1
Planungauszug 2
Planungauszug 3
Planungauszug 4
Planungauszug 5
Planungauszug 6
Quelle: Stadt Minden / skt Umbaukultur am 20. Februar 2009
Grafik und Dokumente: skt Umbaukultur, Bonn




















Hinweise & Ergänzungen